Sexuell übertragbare Krankheiten

In der heutigen Zeit sind eine Vielzahl von sexuell übertragbaren Krankheiten bekannt. Hier kannst du dir einen Überblick über die wichtigsten Arten machen.
Durch Bakterien verursachte Erkrankungen:
Gonorrhoe, Tripper
Übertragung
Durch vaginalen oder analen Sexualverkehr oder auch beim Kontakt von Mund mit Scheide oder Mund mit Penis. Das Bakterium lebt auf den Schleimhäuten des Gebärmutterhalskanals und der Harnröhre und kann dort bleiben, ohne Symptome zu verursachen.
Symptome
Bei Nichtbehandlung kann es zu Komplikationen kommen, wie z.B. Unterleibs-entzündungen mit Unfruchtbarkeit als Folge, Gelenksentzündungen, Herzprobleme. Bei Frauen verläuft die Infektion oft symptomlos oder unter leichten, vorübergehenden Symptomen und wird nicht erkannt. Möglich sind: leichtes Brennen beim Wasserlassen, grün-gelblicher Ausfluss aus der Scheide, Jucken und Brennen in der Harnröhre, evtl. Beschwerden beim Stuhlgang, Unterleibsschmerzen und unregelmässige Menstruation. Männer spüren den Tripper wenige Tage nach der Übertragung; Brennen und Jucken beim Wasserlösen und eitriger Ausfluss aus der Harnröhre.
Therapie
Tripper ist mit Antibiotika leicht zu behandeln. Die Therapie sollte früh beginnen.
Syphilis
Übertragung
Normalerweise durch vaginalen, analen oder oralen Sexualverkehr, auch bei gleichgeschlechtlichem Schleimhautkontakt. Wird die Krankheit nicht korrekt behandelt, kann die Person auch nach dem Abklingen der Symptome andere anstecken. Unbehandelt kann die Syphilis Jahre später das Hirn befallen und zu Lähmungen führen.
Symptome
Einige Wochen nach der Übertragung macht sich die Syphilis durch Geschwüre an Scheide oder Penis bemerkbar, seltener auch an Mund oder Anus; die Lymphknoten schwellen an. Weil die Geschwüre schmerzlos sind und wieder verschwinden, werden sie oft übersehen. Die austretende Flüssigkeit ist hochgradig ansteckend. Bei rund 1/4 der Betroffenen entwickelt sich einige Wochen später das Stadium 2 mit Hautausschlägen am ganzen Körper und/oder grippeähnlichen Symptomen. Die Flüssigkeit in den Hautläsionen ist ebenfalls ansteckend. Wenn diese Symptome abgeklungen sind, bleibt die Krankheit latent im Körper. Nach Monaten bis Jahren Latenz kommt der Übergang ins Stadium 3. Typisch ist das Auftreten von Granulomen mit zentraler Verkäsung (=Gummen); in fast allen Organen möglich.
Therapie
Die Syphilis lässt sich mit Antibiotika leicht heilen, wenn früh genug therapiert wird.
Chlamydien
Übertragung
Durch vaginalen oder analen Sex; weniger häufig durch oralen Sex.
Symptome
Frauen: Die Infektion verläuft oft ohne Symptome. Wenn Beschwerden auftreten, so sind das Ausfluss aus der Scheide, Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen, undeutliche Unterleibsschmerzen, Zwischenblutungen.
Männer: Symptome beinhalten: Ausfluss aus der Harnröhre, Brennen beim Wasserlassen.
Therapie
Wenn Chlamydien frühzeitig erkannt werden, sind sie gut mit Antibiotika heilbar.
Durch Viren verursachte Erkrankungen
HIV/AIDS
Übertragung
Für eine Infektion braucht es virenhaltige Flüssigkeit und eine Eintrittspforte in den Körper. Da es weltweit keine/kaum belegte Fälle für eine Ansteckung über Schweiss, Speichel, Tränen und Urin gibt, gelten diese als nicht ansteckend. Anders sieht es aus bei Blut und nicht sterilisierten Blutprodukten, Sperma, Vaginalsekret und Muttermilch. Auch Menstruationsblut ist ansteckend. Die intakte Haut bildet eine wirkungsvolle Barriere. Das Virus vermag aber einzudringen bei Stich- und Schnittverletzungen, via die orale, vaginale und anale Schleimhaut, beim Stillen und bei der Geburt.
Im Klartext heisst das, unsicher sind:
· ungeschützter analer oder vaginaler Geschlechtsverkehr, also ohne Kondom
· oraler / vaginaler / analer Kontakt mit Ejakulat/Sperma des Mannes
· oraler / vaginaler / analer Kontakt mit Menstruationsblut der Frau
· Verletzungen mit Nadeln, Messern, etc. die mit HIV-positivem Blut kontaminiert sind
· Tausch von Spritzen beim intravenösen Drogenkonsum
· sexuelle Praktiken, bei denen Blut fliesst
· normale Geburt und Stillen, wenn die werdende Mutter HIV-positiv ist
· gegenseitiger Austausch von Sex-Toys, die in Vagina oder Anus eingeführt werden
· gemeinsames benützen von Zahnbürsten, gebrauchten Rasierutensilien, Zahnstochern...
sicher sind:
· Küssen, auch Zungenküsse
· gemeinsames Benutzen von Toiletten, Bädern (auch gemeinsames Baden), Saunabesuche
· Insektenstiche
· Husten, Niesen, dasselbe Geschirr benutzen
· die Pflege von an Aids erkrankten Menschen
· Tätowieren und Piercen, falls sterile Nadeln verwendet werden
Safer Sex bedeutet (das alleinige Betreiben von Sexualpraktiken, die als sicher gelten):
· Geschlechtsverkehr ausschliesslich mit Kondom
· Kein Sperma in den Mund nehmen
· Streicheln, Küssen, etc.
· keine ungeprüften, billigen Kondome verwenden (Gefahr von Rissen oder Löchern)
· keine Gleitmittel mit Öl verwenden sondern solche auf Wasser- oder Silikonbasis
Beschwerden
HI-Viren befallen die „Steuerzentrale“ des menschlichen Immunsystems. Nach einer fakultativen, grippeartigen Reaktion kurz nach der Ansteckung verläuft der Kampf ohne äussere Zeichen. Die Person erscheint völlig gesund, kann aber andere anstecken. Nach 3-6 Monaten sind im Blut Antikörper (IgG) gegen das Virus nachweisbar. Durchschnittlich 10 Jahre dauert die Zeit von der Ansteckung bis zu Aids, einem Stadium der HIV-Infektion. Irgendwann versagt das Immunsystem und die Person verstirbt an einem Infekt.
Therapie
Sowohl in der Behandlung der opportunistischen Infekte als auch der eigentlichen HIV-Infektion wurden in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte erzielt. Diese Medikamente hemmen die Entwicklung des Virus in verschiedenen Phasen seines Infektionszykluses.
Zur Therapie gehören drei Dinge: Schlechte Immunwerte, eine sorgfältige medizinische Betreuung und ein motivierter Patient.
Hepatitis
Übertragung
Für Hepatitis A und E gelten andere Übertragungswege als für B, C, D und F. Hepatitis D tritt nur gleichzeitig mit B auf, oder wenn jemand chronisch mit B infiziert ist. Hepatitis A und E werden fäko-oral übertragen, also durch Schmierinfektionen und schlechter Hygiene (verunreinigte Nahrungsmittel oder Trinkwasser auf Reisen), bei Oral/-Anal-Sex oder durch unsauberes Spritzenbesteck und Wasser bei Drogeninjektion. Hepatitis E ist für schwangere Frauen sehr gefährlich.
Symptome
Frauen und Männer: Die akute Hepatitis zeigt unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen und Fieber. Bei einem Teil der infizierten tritt eine Gelbsucht auf. Die akute Krankheitsphase dauert vier bis acht Wochen. Selten kommt es bei schweren Verläufen zu Leberversagen. Bei einem Teil der Patienten geht die akute Phase in eine Chronische Hepatitis über, die wiederum bei einigen Patienten zu einem Leberzelltumor führen kann. Es gibt auch Virusträgerinnen und -träger, die keine Symptome haben, trotzdem aber andere anstecken können. Hepatitis F verläuft wie ein HBV-Infekt, aber langsamer und nur schlecht diagnostizierbar.
Therapie
Es können nur die Symptome behandelt werden. Neben der ärztlichen Behandlung helfen körperliche Schonung, ausgewogene Ernährung, kein Alkohol.
Herpes
Übertragung
Die Ansteckung erfolgt beim Sex oder beim Küssen durch Kontakt mit Herpesbläschen oder -geschwüren.
Symptome
Oft aber nicht immer bilden sich wenige Tage nach der Übertragung bei der Frau an den Schamlippen oder in der Scheide, beim Mann am Penis (und bei beiden möglich: im Mund oder am Darmausgang) kleine Bläschen, die platzen; dann ist die Ansteckungsgefahr am grössten. Nachher entsteht ein schmerzhaftes Geschwür, das dann verkrustet. Die Abheilung dauert bis zu zwei Wochen. Nach der Infektion bleiben die Viren lebenslang im Körper und können immer wieder von neuem Geschwüre bilden, ausgelöst durch Sonne, Stress, Menstruation, usw. So kann das Virus ein Leben lang auf die Partnerin oder den Partner übertragen werden.
Therapie
Herpes kann nicht geheilt werden und Rückfälle lassen sich oft nicht vermeiden. Es gibt aber Medikamente gegen das Virus, die den Ausbruch vermindern und die Abheilung beschleunigen.
Wichtig
Dies ist lediglich eine Zusammenfassung der wichtigsten und mit HIV auch der gefährlichsten und gängigsten Geschlechtskrankheiten. Es ist wichtig, dass du sobald du das Gefühl hast etwas stimmt nicht oder du denkst, du könntest dich angesteckt haben, nicht zögerst und sofort einen Arzt aufsuchst. 
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